Český Krumlov

Zurück zur Übersicht


Für eine Detailansicht der Karte bitte auf den Ort klicken

 Die Burg Krumlov war in der Mitte des 13. Jahrhrunderts auf einem hohen und steilen Felsen oberhalb des gewundenen Flusslaufs der Moldau gegründet worden. Es geschah im Auftrag der Herren von Krumlov, die dem bedeutenden böhmischen Adelsgeschlecht der Wittigonen angehörten. Im Jahre 1302 wählten die Herren von Rosenberg (Rožmberk), bei denen es sich ebenfalls um Nachkommen der Wittigonen handelte, die Burg Krumlov zur Stammesresidenz. Unter Wilhelm von Rosenberg wurden nach Krumlov italienische Baumeister berufen und die gewaltige gotische Burg wurde unter ihrer Leitung zu einem monumentalen, im Stil der Renaissance gehaltenen Prachtsitz umgebaut. Fortan bildete sie das kulturelle, gesellschaftliche und wirtschafliche Zentrum des ausgedehten Dominiums der Herren von Rosenberg. Der letzte Rosenberger, Peter Wok, jedoch sah sich aus finanziellen Gründen gezwungen, die Krumlover Residenz an Kaiser Rudolf II. von Habsburg zu verkaufen. Kaiser Rudolf hat das Schloss aber niemals besucht, und sein Cousin, Kaiser Ferdinand II. hat die südböhmische Residenz seinem Financier, Johann Ulrich von Eggenberg, zum Geschenk gemacht. Am Ende des 17. Jahrhunderts begann unter Johann Christian Eggenberg ein weiteres Kapitel in der Baugeschichte des Krumlover Schlosses: großangelegte Umbaumaßnahmen, diesmal im Zeichen des Barockstils, wurden in Angriff genommen. Die einzelnen Geschosse der Schlossgebäude wurden aneinander so angepasst, dass sich die Säle nun auf gleicher Ebene befanden, gewaltige Barocktreppen wurden eingebaut und neue Schlossgärten angelegt. Ebenfals neu errichtet wurde das barocke Gebäude des Schlosstheaters und der Münze.

Nach dem Tode des letzten Herrn von Eggenberg ging das Dominium als Erbschaft auf das Adelsgeschlecht von Schwarzenberg über. In der nachfolgenden Zeit wurden die Besitztümer der beiden Adelsgeschlechter vereinigt, und so entstand ein ausgedehntes Dominium, das durch Lage und Ausdehnung an die Rosenbergische Zeit erinnerte. Unter Josef Adam von Schwarzenberg fanden weitere bauliche Umgestaltungen im Stil des Hochbarocks und des Rokoko statt. Zu jener Zeit wurden die Räumlichkeiten des Spiegel- und Maskensaales neu gestaltet und mit illusiven Rokoko-Malereien Josef Lederers ausgeschmückt. Das Gebäude des Eggenbergischen Theaters wurde umgebaut und mit einer umfassenden Kulissen-Kollektion, die bei mehreren Malern in Wien bestellt worden war, ausgestattet; auch Theaterkostüme und aus dem 18. Jahrhundert stammende Theaterrequisiten wurden angeschafft. Im Garten arbeitete man an einem Umbau des Lustschlösschens Bellaria, außerdem wurden ein gezimmerter Musikpavillon und das Gebäude der Winterreitschule errichtet. - Sowohl das Theater als auch der Park sind dank der Mantelbrücke, die den Burggraben überspannt und durch deren obere Geschosse Verbindungsgänge führen, zugänglich. Heute gilt die spätbarocke Mantelbrücke als außerordentlich interessantes technisches Denkmal.

Am Ende des 18. Jahrhunderts kamen die Bauarbeiten im Krumlover Schlossareal zum Erliegen, und das Schloss verwaiste. Erst Fürst Adolf Josef von Schwarzenberg begann sich mit dem Gedanken an eine Erneuerung des Schloss von Krumlov zu tragen. Im Jahre 1900 entschied er sich, einen Teil der Schwarzenbergischen Repräsentationsräume der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Jahre 1940 wurden die Besitztümer des Adelsgeschlechts Schwarzenberg von der Gestapo konfisziert.

Als das Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg in den Besitz des Staates überging, wurde es aufs Neue der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Jahre 1992 ist der gesamte historische Komplex in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen worden.



Bildergalerie

Český Krumlov
Weitere Bilder