Wenn Sie interessiert, wie vor 100 und mehr Jahren in den böhmischen Ländern das Osterfest begangen wurde, sollten Sie eines der vielen Freilichtmuseen in Tschechien besuchen - hier lernen Sie Osterbräuche kennen! Auf dem hiesigen Jahrmarkt treten Folkloregruppen auf, außerdem können Sie zusehen, wie Ostereier geschmückt und Osterruten geflochten werden.
Walachei-Museum in Rožnov pod Radhoštěm
Das Walachei-Museum ist das älteste und umfassendste Museum seiner Art in Mitteleuropa. Die Osterbesucher erwarten der traditionelle Jahrmarkt, traditionelle Gerichte. Folkloregruppen stellen Oster- und Frühlingsbräuche vor.
Bergbaumuseum Příbram
Das Bergbaumuseum (www.muzeum-pribram.cz) bereitet jedes Jahr das Programm Osterfest einfacher Bergleute vor. In einem kleinen Haus, das früher von Bergleuten bewohnt wurde, sehen Sie, wie Ostereier geschmückt, Osterlebkuchen gebacken und dekoriert oder Osterruten geflochten werden.
Weitere Freilichtmuseen mit reichem Osterprogramm
Osterbräuche und Traditionen
Ostern geht die Passahwoche voraus. In diesen Tagen fand in den Haushalten und Gebäuden der Frühjahrsputz statt, um alles für das Hochfest vorzubereiten. Mit den bedeutendsten christlichen Feiertagen hängen auch viele volkstümliche Traditionen zusammen. Einige davon sind bis heute bewahrt geblieben, die meisten jedoch werden Sie nur in Freilichtmuseen zu sehen bekommen.
Gründonnerstag
Am Gründonnerstag fliegen einer alten Überlieferung zufolge die Glocken zur Segnung nach Rom und schweigen bis zur ihrer Rückkehr am Weißen Sonntag. Zu der Zeit gingen Burschen mit Klappern, Ratschen oder ähnlichem Holzwerkzeug durch das Dorf, um statt der Glocken die Zeit zu verkünden. In einigen Dörfern in Mähren ist diese Tradition bis heute bewahrt geblieben.
Karfreitag
An jenem Tag, an dem Jesus Christus gekreuzigt wurde, öffnet sich Volkssagen zufolge das Erdreich und gibt verborgene Schätze frei.
Karsamstag
Am Karsamstag werden Seele, Leib und Wohnung gereinigt. Es heißt: Wenn man am Karsamstag sein Zimmer noch vor Tagesanbruch fegt, wird es das ganz Jahr über sauber bleiben.
Ostersonntag
Der Sonntag nach Karsamstag ist der Beginn der Osterzeit.
Ostermontag – Verjüngung von Mädchen und Frauen
Am Ostermontag gehen Knaben und Burschen von Tür zu Tür und verpassen mit der Osterrute (grüne Weideruten, die zu einer Jugend spendenden Rute verflochten werden) Mädchen und Frauen symbolische Schläge, damit diese ewig jung bleiben, und tragen dabei Wünsche in Versform vor. Zur Belohnung bekommen sie eine Schleife auf ihre Osterrute und Ostereier.
Ein weiterer Brauch, der vor allem in Mähren gepflegt wird: Mädchen werden mit Wasser übergossen, damit sie nicht „vertrocknen" und das ganze Jahr über jung, schön und begehrenswert bleiben - bis zum nächsten Osterfest.
Hinaustragen des Todes
Am Passionssonntag, dem Sonntag vor Palmsonntag, wurde der Tod – eine Strohpuppe in Frauenkleidern - aus dem Dorf getragen. Die Puppe symbolisierte den Winter und wurde hinausgetragen, um den Frühling herbeizurufen. Hinter dem Dorf wurde die Puppe ins Wasser geworfen und man sang und tanzte vor lauter Freude, dass der Winter endlich die Gegend verlässt.
Öffnen der Brunnen
Anfang April werden die Brunnen „geöffnet“ - ein uralter Brauch, bei dem vor allem Kinder singend den Quell des Lebens – natürliche Quellen – von Blättern befreiten, die sich im Laufe des Winters darin vergangen haben. Heute wird längst nicht mehr so viel gesungen, aber die Brunnen öffnet man auch heute noch.
Interessantes
Suite von Bohuslav Martinů
Wenn Sie Glück haben, steht bei ihrem Besuch der Tschechischen Republik gerade die Suite Otevírání studánek (Dt. Öffnen der Brunnen) von Bohuslav Martinů auf dem Konzertprogramm. In der Suite sind auf moderne Weise Volkslieder verarbeitet, die bei diesem alten Brauch immer gesungen wurden





